Falsch positive und falsch negative Ergebnisse des NIPT – Nicht-invasiven Pränataltest
Im Vergleich zu einem konventionellen Trisomie-Screening (biochemische Parameter und Ultraschall) hat der NIPT – Nicht-invasive Pränataltest eine niedrigere Falsch-Positiv-Rate und birgt als nicht-invasive Untersuchungsmethode nicht das Risiko einer eingriffsbedingten Fehlgeburt. In Kombination und Ergänzung mit dem Ersttrimester-Screening kann ein NIPT in Bezug auf die Fragestellung einer Trisomie 21, 13 oder 18 die Zahl unnötiger invasiver Untersuchungen bei unauffälligen Schwangerschaften reduzieren.
Generell gilt aber: Das NIPT-Verfahren ist keine diagnostische Untersuchung. Der NIPT ist ein Screening-Test, der einer Wahrscheinlichkeitsberechnung dient, die bei einem auffälligen Befund durch ein anderes, meist invasives Verfahren überprüft werden muss. Es sind sowohl falsch-positive als auch falsch-negative Testergebnisse möglich. Die Testergebnisse dürfen nicht als alleinige Grundlage für die Diagnose oder Entscheidungen hinsichtlich einer Fortsetzung oder eines Abbruchs der Schwangerschaft verwendet werden.
Ursachen für falsch negative Ergebnisse:
Trotz einer guten Test-Sensitivität und hoher Erkennungsrate von autosomalen Trisomien, insbesondere der Trisomie 21, ist in der Aufklärung der Patientin immer auf die Möglichkeit eines falsch-negativen Testergebnisses hinzuweisen.
Ursachen für falsch positive Ergebnisse:
Falsch-positive Ergebnisse sind möglich. Für ein falsch-positives Ergebnis gibt es sowohl technisch-analytische als auch - häufiger - biologische Gründe.
Biologische Ursachen eines falsch-positiven Ergebnisses können sein:
- sehr oft: ein auf die Plazenta beschränktes Mosaik
- ein Vanishing Twin
- ein (somatisches) chromosomales Mosaik der Mutter oder eine maternale Copy-Number-Variation (CNV)
- sehr selten: eine proliferative-hämatologische oder solide Tumorerkrankung der Mutter,
- sehr selten: Z. n. Organtransplantation, Bluttransfusion
Im Hinblick auf die Beratung der Patientin und auf Konsequenzen für die laufende Schwangerschaft sollten biologische Ursachen eines „falsch-positiven“ Ergebnisses immer in Betracht gezogen werden.
Ein auffälliges Ergebnis des NIPT – Nicht-invasiven Pränataltest sollte in jedem Fall durch eine diagnostische Punktion abgeklärt werden. Bei einer Diskrepanz von Testergebnis und dem Befund der diagnostischen Punktion bitten wir immer um Rückmeldung.
