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Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH)

Die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) ist eine molekularzytogenetische Untersuchung mit deren Hilfe definierte Bereiche des Genoms dargestellt werden können. Fluorochrom-markierte DNA-Sonden weisen bestimmte genomische Regionen nach, indem sie mit homologen chromosomalen Sequenzen hybridisieren. Die Darstellung der fluoreszierenden DNA-Abschnitte kann auf Metaphasechromosomen oder Interphasezellkernen erfolgen.

Von klinischer Bedeutung sind kleinste Bereiche einiger Chromosomen, deren Verlust zu Mikrodeletions-Syndromen (z.B. Mikrodeletion 22q11.2, DiGeorge-Syndrom) führt oder deren Zugewinn zu einer Mikroduplikation führen (z.B. Mikroduplikation 7q11.23). Mikrodeletionen und Mikroduplikation werden in der Regel mit einer molekulargenetischen MLPA-Untersuchung nachgewiesen. Zur Bestimmung der chromosomalen Lokalisation einer duplizierten Region ist jedoch eine FISH-Untersuchung notwendig. Weitere Informationen finden Sie unter den Beschreibungen der einzelnen Syndrome.

FISH-Untersuchungen werden dann zum Beispiel durchgeführt, um eine sehr kleinen Austausch chromosomaler Segmente (Balancierte Translokation) zu untersuchen oder generell die chromosomale Lokalisation eines duplizierten Segments zu bestimmen.

Bei Verdacht auf ein Down-Syndrom (Trisomie 21) oder ein Ullrich-Turner-Syndrom (Monosomie X) kann mittels eines FISH-Testes an Lymphozyten eines Blutausstrich ein Ergebnis innerhalb eines Tages vorliegen.

Der diagnostische Standard bei Patienten mit unklarem Retardierungs- oder Dysmorphie-Syndrom ist die hochauflösende molekulare Karyotypisierung (Microarray-Diagnostik).

Pränataler FISH-Schnelltest
In der Schwangerschaft stellt die Ungewissheit über die Gesundheit des heranwachsenden Kindes oft eine starke psychische Belastung dar. In den meisten Fällen wird die Frage nach Abklärung des Down-Syndroms (Trisomie 21) gestellt. Sonographisch beobachtete fetale Fehlbildungen oder eine intrauterine Wachstumsverzögerung können Hinweise auf eine numerische Chromosomenveränderung sein (z. B. Trisomie 13 oder Trisomie 18). Der pränatale FISH-Schnelltest kann Schwangere mit auffälligem Ersttrimester-Test oder sonographischen Auffälligkeiten durch die Schnelligkeit der Untersuchung spürbar entlasten. Eine FISH-Untersuchung mit spezifischen DNA-Sonden liefert innerhalb von 24 Stunden nach der Fruchtwasserpunktion ein Ergebnis über die Anzahl der Chromosomen 13, 18 und 21 sowie über die Anzahl der Geschlechtschromosomen. Die Anzahl aller anderen, wesentlich selteneren numerischen Chromosomenaberrationen wird in der Karyotypisierung der Langzeitkultur ermittelt, im Rahmen derer auch die strukturelle Analyse der Chromosomen erfolgt.
Der FISH-Schnelltest erfolgt nur in Verbindung mit der Chromosomenanalyse aus der Fruchtwasserzellkultur.
Der Test ist ab der 15. Schwangerschaftswoche möglich. Vor der 15. SSW ist die Anzahl fetaler Zellen im Fruchtwasser in der Regel zu gering. Blutiges Fruchtwasser kann nicht verwendet werden, da eine starke Beimengung mütterlicher Zellen zu einer Fehlinterpretation des Ergebnisses führen kann.

Indikationen Molekularzytogenetik

Pränatale molekularzytogentische Untersuchungen

  • auffällige pränatale Ultraschalluntersuchung
  • auffälliges Erst-Trimester-Screening
  • auffälliger Nicht-Invasiver Pränataltest (NIPT)
  • erhöhtes mütterliches Alter
Postnatale molekularzytogenetische Untersuchungen
  • Verdacht auf numerische Chromosomenaberration, z.B.:
Edwards-Syndrom (Trisomie 18)
Pätau-Syndrom (Trisomie 13)
Down-Syndrom (Trisomie 21)
Ullrich-Turner-Syndrom (45,X)
Klinefelter-Syndrom (47,XXY)
Diplo-Y-Syndrom (47,XYY)
Triplo-X-Syndrom (47,XXX)
 
  • Verdacht auf strukturelle Chromosomenaberration
  • Balancierte / unbalancierte Chromosomenveränderungen
  • Unklare Intelligenzminderung oder Entwicklungsstörung (global, sprachlich, motorisch)
  • Multiple angeborene Fehlbildungen
  • Dysmorphie-Syndrom
  • Kleinwuchs/Großwuchs