Sprechstunden/ Spezialsprechstunden am MGZ
Tel: 089 / 30 90 886 - 101
Muskeldystrophie Duchenne und Becker-Kiener
Diagnostik über folgende genetische Analyse(n)/Panel möglich
Klinische Symptomatik
Jungen mit einer Muskeldystrophie Duchenne (DMD) fallen zwischen dem 1. und 4. Lebensjahr durch verzögertes Laufen, unsicheren Gang, Stolpern und Schwierigkeiten beim Rennen und Treppensteigen auf. Der Muskelschwund verknüpft mit einer Pseudohypertrophie der Waden und einer CK-Wert Erhöhung (ab Geburt deutlich erhöht) beginnt an der unteren Extremität, in den späteren Krankheitsstadien mit Myocardbeteiligung. Entwicklungsverzögerung oder eine mentale Retardierung können vorliegen
Die Muskeldystrophie Becker-Kiener (BMD) nimmt einen ähnlichen, jedoch wesentlich milderen und langsameren Verlauf (meist keine mentale Retardierung). Eine Herzmuskelbeteiligung in jungen Jahren wird nur selten beobachtet, nach dem 10. Lebensjahr oder in späteren Krankheitsstadien liegt häufig eine Kardiomyopathie und Herzinsuffizienz vor. In seltenen Fällen kann eine dilatative Kardiomyopathie im Vordergrund stehen oder das einzige Symptom sein.
Aktuelle Information zum klinischen Management (Standards of Care, Patienten-Register und geplante Therapiestudien) finden sich unter https://www.treat-nmd.de/.
Genetik
Die Erkrankung wird X-chromosomal rezessiv (Gen DMD, Chromosom Xp21.2) vererbt und betrifft fast ausschließlich das männliche Geschlecht. Ca. 1/3 der Betroffenen erkrankt aufgrund einer Neumutation, in den restlichen Fällen ist die Mutter weitestgehend symptomlose Überträgerin (Konduktorin, Carrier) der Erkrankung.
Weibliche Anlageträgerinnen können milde Manifestation mit Muskelschwäche, Myalgien und/oder CK-Erhöhung aufweisen. Insbesondere für Überträgerinnen einer DMD besteht das Risiko für eine dilatative Kardiomyopathie (ca. 8 %). Für Mütter von betroffenen Knaben, bei denen keine Anlageträgerschaft vorliegt, besteht für eine künftige Schwangerschaft ein Wiederholungsrisiko. Dieses Wiederholungsrisiko beruht auf der Möglichkeit eines Keimzellmosaikes (Wahrscheinlichkeit ca. 20 %).
Klinik
| Männlich, betroffen | Klinische Manifestation | Serum CK-Konzentration |
| DMD | 100 % | > 10 fach erhöht |
| BMD | 100 % | > 5 fach erhöht |
| DMD-abhängige dilatative Kardiomyopathie |
meistens | erhöht |
| Weiblich, Anlageträgerin | ||
| DMD | ca. 60 % | 2 - 10 fach erhöht |
| BMD | ca. 30 % | 2 - 10 fach erhöht |
Verteilung der Mutationshäufigkeiten
| Mutation |
DMD |
BMD |
| Deletion | ca. 65 % | ca. 85 % |
| Duplikation | 7 - 10 % | 6 - 10 % |
| Punktmutation | 25 - 30 % | 5 - 10 % |
- DMD 1 : 3 500 im männlichen Geschlecht
- BMD 1 : 20 000 im männlichen Geschlecht
- Diagnosesicherung einer Dystrophin-abhängigen Muskeldystrophie
- Untersuchung des Überträgerinnenstatus bei Frauen aus betroffenen Familien
Parallele Sequenzierung mehrerer Gene
3-6 Wochen
